Pressetext Oktober - Der grüne Weg der Hoffnung

Über die Premiere am 26.09.2020

Ein Theaterspaziergang im Wesloer Forst zu Flucht und Vertreibung aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten.

Konzipiert, geschrieben und inszeniert von Alice Moustier.

 

Regie: Alice Moustier

Kostüme: Anna zur Nieden

Bühnenbild: Sook Ja Lee-Gebauer, Bühnentechnik und -bild: Eric Bahr

Maske: Tanja A.

 

Schauspieler*innen

1. Akt – Vor der Flucht

Antje Oehlke, Janek Pieske, Alex T., Emily Arngold

Bennet Krabbenhöft, Nidal Can Battikh, Lara Marie Engelhardt

 

2. Akt – Während der Flucht

Bennet Krabbenhöft, Nidal Can Battikh, Lara Marie Engelhardt

Mohamed, Hayrunnisa, Dilara und Miry Can, Martin Schley, Naara Nehmzow

Ann-Kathrin Strauch, Niklas Pieske, Dilara Can, Halli Bochinski

 

3. Akt – Direkt nach der Flucht / Integration

I.M., Flavia Lovric-Caparin, Simon Paap

 

4. Akt – Traumaaufarbeitung im Hier und Heute

Nike Aurelia Hardekopf, Ursula König, K.P.

Lea Hoffmann, S.

 

 

Rückmeldungen der Zuschauer:

"Ich möchte Euch noch einmal zu Eurem Stück gratulieren! Gut gemacht! Auch meinem Mann hat es sehr gut gefallen.
Viel Spaß noch und herzliche Grüße."
Sonja

„Die Szenen waren echt toll – sie haben uns zum Teil an Erzählungen aus unserem Familienkreis erinnert und wir fanden die Darstellung sehr eindrücklich. Eine gelungene Veranstaltung. Dankeschön“ Michaela und Jörn

"Normalerweise schaue ich lieber Filme, denn dort wirkt die Szene realer und packt mich emotional viel mehr. Doch dieses Theaterstück hat mich sosehr berührt wie es schon lange keins mehr geschafft hat. Durch den direkten Kontakt zu den Schauspielern war es einfach mitreißend." C.N.

 

 

Die Premiere begann am 26.09. um 14.35 Uhr.

Alice Moustier, die sich von Berufs wegen mit Prägungen aus transgenerationalen Traumata beschäftigt, hat es sich zum Ziel gesetzt, ihre diesbezüglichen Erfahrungen in ein außergewöhnliches Theaterformat einfließen zu lassen.

In ihrer jüngsten Theaterproduktion, die als Rundweg durch den Wesloer Forst konzipiert ist, thematisiert sie das oft marginalisierte Thema der Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus Ostpreußen nach dem Zweiten Weltkrieg. Viele Vorfahren und Angehörige Lübecker Familien sind Zeitzeugen dieser dramatischen Flucht und ihre Erfahrungen prägen bis heute indirekt ihre Nachkommen. Dennoch wurden diese Geschehnisse bisher kaum aufgearbeitet, da den Deutschen als Tätervolk diese Opferrolle nicht zugedacht war.

So hat Alice Moustier, ausgehend von Gesprächen mit Zeitzeugen, ein Theaterstück im O-Ton niedergeschrieben, das sich mit den zeitlichen Kapiteln vor, während, nach der Flucht sowie den Auswirkungen im Heute befasst. Dabei werden oft zutiefst erschütternde Erfahrungen dokumentiert. Die Flüchtenden mussten ihre Heimat zurücklassen, überlebten die Strapazen der Flucht oft nicht und mussten Übergriffe der Soldaten erdulden. Die individuellen Bewältigungsstrategien werden erzählt.

Der Zuschauer empfindet die Bewegung der Flucht nach, da er durch den Wald von Szene zu Szene geleitet wird. Die Kulisse des Waldes wird durch einfache Eingriffe mit Stoffwänden von der Innenarchitektin Sook ja Lee – Gebauer als Bühnenbild umgedeutet und durch zeittypische Requisiten glaubhaft ergänzt.

In einige Szenen wird der Zuschauer unmittelbar involviert, die Nähe zu den Darstellern ist ungewöhnlich groß. So hat der Zuschauer oft die Rolle eines Zeugens. Gesang und Lieder aus der Zeit rahmen in einigen Szenen das Stück.

Die Kostüme der Künstlerin Anna zur Nieden zitieren zum einen die authentische Kleidung und unterstützen zum anderen das Stück durch die Farbgebung dramaturgisch. Vor der Flucht ist die Kleidung häuslich blau – weiß, während der Flucht grau-schwarz, kurz danach dramatisch rot – braun und im Heute am hellsten mit den Farben gelb- orange.

Viele der Darsteller*innen stehen zum ersten Mal auf der Bühne, andere haben eine professionelle Vorbildung. Das Publikum hat die authentische Darbietung sehr gelobt.

Die Theatergruppe hat sich für dieses Projekt zusammengefunden, um mit Herzblut diese besondere Konzeption in Corona- Zeiten zu realisieren.

Der Bürgermeister Herr Lindenau sowie der Förderer Herr Dräger haben sich bei der Generalprobe voll des Lobes über ihr Theatererlebnis im Wald geäußert. Das Filmteam von die Contentmacherei hat bereits Dreharbeiten für eine Dokumentation durchgeführt.

gez.: Anna zur Nieden

Weitere Presseberichte: LN (Lübecker Nachrichten), HL-Live

Bericht auf der Homepage der Dräger-Stiftung: https://www.draeger-stiftung.de/bildung/

 

 

Weitere Literatur zu dem Thema:

Die tragische Versenkung der Wilhelm Gustloff - NDR

Der Untergang der Cap-Arcona in der Lübecker Bucht

Kriegskinder - Erst im Alter wird oft das Ausmaß der Traumatisierungen sichtbar - Deutsches Ärzteblatt

Flüchtlinge in Schleswig-Holstein - Wikipedia

Lübeck (Nach "Zeit des Nationalsozialismus") - Wikipedia

So erlebte ein vierjähriger 1945 die Flucht - Die Welt

Durchgangslager Pöppendorf in Lübeck - SHZ

 

 

Basis für das Theaterprojekt sind diese beiden Bücher:

Treibgut des Krieges - Sibylle Dreher

„Lübecker Beiträge zur Familien- und Wappenkunde“ Band 70 mit dem Titel: 75 Jahre nach Flucht, Verschleppung, Vertreibung

 

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