Talentmanagement

Ihre Querdenker-Gärtner

Eine Gruppe erreicht erst dann auf Dauer Top-Leistungen, wenn jedes Mitglied sich mit den Werten der Gruppe identifiziert, es als seine eigenen Werte ansieht und sein Potential freiwillig einbringt.
Jeder Mensch braucht den Freiraum und das volle Vertrauen der Gruppe, um sich mit seinem vollen Potential entfalten zu können.

Jedes Mitglied der Gruppe braucht die Akzeptanz seiner Eigenheit und Individualität. Diversität ist wie Permakultur in der Landwirtschaft, durch die Akzeptanz der Vielfalt unterstützen wir uns gegenseitig im eigenen Wachstum. Jeder Mensch hat seine eigene Art und Schnelligkeit zu wachsen.

In unseren Angeboten unterstützen wir die Verbesserung des Austauschs jeden Teilnehmers zwischen der eigenen Innen- und Außenwelt, zwischen dem persönlichen ICH und dem WIR der Gruppe. Durch die bessere Selbstwahrnehmung wird die Wahrnehmung der Umgebung gefördert und die Kommunikation verbessert, wodurch das Gemeinschaftsgefühl gestärkt wird. Vor allem zur Integration von Randgruppen der Gesellschaft ist es wichtig eine klare Kommunikation aufzubauen, die Einzig- und Andersartigkeit eines jeden Menschen im Fokus zu halten.
Wir begleiten Menschen, Gruppen und Unternehmen auf ihrem Weg zu mehr Lebendigkeit, Kreativität und Liebe zum Leben. Wir fördern einen kreativen Umgang mit Konflikten, sowie offene und authentische Kommunikation.
Unser Konzept basiert auf bewusst werden – zu sich selbst finden, Bedürfnisse und Wünsche klar äußern.

 

Aktueller Blogeintrag

Mut zum Anderssein

(Erschienen im Lübecker Familienmagazin "Lüttbecker" 5/2019)

Lisa* ist mittlerweile 14 Jahre alt, hat bereits einige Psychiatrieaufenthalte hinter sich, aber viele Therapieversuche sind fehlgeschlagen. Sie ist magersüchtig und fügt sich häufig selbst Verletzungen zu. Sie war schon immer ein sehr neugieriges, aufgewecktes Mädchen. Sie hinterfragt alles, auch sich selbst. Selbstzweifel begleiten sie bereits seit der Grundschule.

Sie konnte schon vor ihrer Einschulung lesen. Ihr reicht es nicht zu erfahren, welche Planeten es gibt. Sie möchte gleich wissen, welche wie zueinander stehen, wie weit sie auseinander sind, wie lange es von der Erde dauern würde, dorthin zu kommen.

Sie ist perfektionistisch und ihr Lieblingsfragewort war das „Warum“. Wenn die Lehrer etwas schnell und kurz erklärten, aber dadurch Details wegließen, unterbrach und korrigierte sie. Wenn sie ein Bild begonnen hat zu malen, konnte sie den Stift nicht aus der Hand legen, bevor das Bild nicht fertig gemalt war.

Ihre besserwisserische Art und ihr Perfektionismus kamen weder bei den Lehrern noch bei den Mitschülern gut an. Immer wieder merkte sie, dass sie aneckte und ihre Mitmenschen seltsam auf sie reagierten. Ihr fiel es schwer, zu verstehen, warum andere Kinder all das nicht wissen wollten. Ihre Mutter versuchte ihr zu erklären: „Nicht alle Kinder sind so neugierig wie du!“. Ihre Großmutter allerdings war häufig genervt von ihrer Fragerei: „Sei nicht so neugierig! Mach einfach, was ich dir sage!“.

Als dann ebenfalls in der Schule die Klassenkameraden auf ihre ständigen Unterbrechungen zunehmend genervt reagierten, überlegte sie: „Ist es schlecht neugierig zu sein? Bin ich böse, wenn ich Fragen stelle?“ Sie fand keine Antwort darauf.

In der vierten Klasse wollte dann niemand mehr neben ihr sitzen. In den Pausen schubsten ihre Mitschüler sie herum und sagten: „Du stinkst!“. Sie wurde sehr einsam. Ihren Körper hasste sie, genauso wie alles andere an sich. Sie hasste sich, weil sie anders war. Sie wollte nicht anders sein. Sie wollte nur so sein, wie all die Anderen.

Als Hanna, ihre Klassenkameradin, ihr dann unter vier Augen sagte: „Ich mag dich ja ganz gerne, aber in den Pausen möchte ich nicht mit dir auf dem Schulhof gesehen werden“, merkte sie, dass sie etwas verändern muss. Sie stellte im Unterricht keine Fragen mehr und verzichtete darauf, den Kontakt zu ihren Klassenkameraden aufzusuchen. Sie kümmerte sich nicht mehr um andere, ihr wurde alles egal.

Das kam gut an.

Sie wurde von manchen zwar als „arrogant“ beschimpft, aber seitdem sie nur noch ihr eigenes Ding machte, kamen manche Klassenkameraden wieder auf sie zu und wollten sie mit in ihrer Gruppe haben. Dann aber wollte SIE nicht mehr. Sie brauchte keine Freunde. Ihr war alles egal. Nichts mehr im Leben war ihr wichtig... dachte sie zumindest, bis zu einem gewissen Zeitpunkt.

Ihr eigenes Leben war ihr egal geworden. Sie spürte nichts mehr. Außer beim Ritzen, da spürte sie noch etwas. Es war erleichternd, wenn sie wenigstens Schmerz noch empfinden konnte. Daher begann sie, es regelmäßig zu tun. Wenn sie sich ritzte, tat es so weh, dass sie auch endlich weinen konnte. Ohne diesen Schmerz,? fühlte sie sich nicht mehr lebendig. Ihr Leben war leer.

So sah das Leben von Lisa bisher aus. Doch vor einem halben Jahr hatte sie etwas erfahren, das ihr Leben völlig veränderte.



Durch ein Coaching, welches speziell auf Menschen wie sie ausgerichtet ist, hat sie ein tieferes Verständnis für ihre Situation entwickelt. Dadurch hat sie etwas sehr Wichtiges gelernt.

Bereits vor dem Coaching hatte sie während eines Aufenthaltes in einem Sommerlager eine Ahnung entwickelt ,, was ihr Anderssein ausmacht. Es war ein Sommerlager für besonders neugierige Jugendliche gewesen, wo sie während der Ferien im Labor forschen konnte. Das Forschen selbst hatte ihr zwar ebenfalls Spaß bereitet, aber das, was sie wirklich berührt hatte, waren die Menschen. Absolut fasziniert berichtete sie, als sie wieder daheim war: „Mama, die ticken alle genauso wie ich! Da bin ich kein Außenseiter, da bin ich so normal wie alle anderen. Und die verstehen mich, egal wie schnell ich rede und denke.“

In dem Coaching hatte sie nun gelernt, dass es nicht schlimm ist, anders zu sein. Nein, im Gegenteil, dass es gut ist, anders zu sein. Ihr Selbstbewusstsein, welches schon lange gar nicht mehr vorhanden bzw. dann nur aufgesetzt war, kam langsam wieder. Es waren harte Monate gewesen, doch langsam begann sie sich selbst wieder zu lieben.

Vor einer Woche hat sie sich fest vorgenommen: „Ich darf anders sein! Es ist gut, dass ich anders bin! Und ich liebe mich, so wie ich bin!“

 


So kann das Leben von hochbegabten oder hochsensiblen Kindern aussehen, die nicht erkannt werden, keine Unterstützung erhalten und keine Gleichgesinnten finden. Es kann aber auch ganz anders aussehen, nämlich kreativ, erfolgreich und spannend.

Dafür setze ich mich ein, seitdem ich mich als Coach und Beraterin selbstständig gemacht habe. Ich unterstütze Menschen darin, ihr „Anderssein“ zu erkennen, zu verstehen, zu akzeptieren und es in die Gesellschaft kreativ einzubringen.



Konflikte durch unterschiedliche Wahrnehmungen

Ob hochbegabt, hochsensibel oder auch autistisch... Menschen mit außergewöhnlichen Eigenschaften gehen mit einer anderen Wahrnehmung in die Welt und das „kann“ Probleme hervorrufen (muss aber nicht!). Alleine schon, weil wir in unserer Kommunikation häufig die Erwartung haben, dass unser Gegenüber „das doch merken müsste!“, also etwas genauso wahr nimmt wie wir. Dies ist jedoch nicht immer so! Jeder Mensch nimmt die Welt anders wahr. Sich daran tatäglich zu erinnern kann schon einige Konflikte vermeiden.

Stellen Sie sich vor, Sie reden mit einer blinden Person und wissen nichts von ihrer Erblindung. Schon bald würden Sie sich fragen: „Warum folgt ihr Blick nicht meinen Bewegungen, wenn ich auf etwas zeige?“

So geht es auch hochsensiblen oder hochbegabten Menschen im Umgang mit ihrem Umfeld: „Warum verstehen sie mich nicht? Ich hab es doch ganz logisch erklärt“ oder „Warum merkt mein Gegenüber das nicht? ICH spüre das doch direkt!“.



Anderssein ist auch für die deutsche Wirtschaft hilfreich – beginnen wir im Kindergarten!

Besonders für Kinder, mit diesen Eigenschaften, ist es schwer, den Unterschied zu begreifen. Jedoch ist es wichtig, ihn zu begreifen und sich nicht anzupassen. Denn wie ich oben in dem Beispiel erläutert habe, kann ein „Nicht-Wissen“ über das eigene Anderssein zu schweren psychischen Symptomen und Selbstzweifeln führen.

Besonders in Deutschland ist es für solche „anderen“ Menschen schwierig zurecht zu kommen, denn bereits in der Grundschule lernen wir, uns „anzupassen“ unduns in die Norm einzufügen. Dies hat jedoch für unsere ganze Wirtschaft große Auswirkungen. Wenn wir Kinder bereits in der frühesten Kindheit dazu zwingen, sich anzupassen und sich „nicht so anzustellen“, nicht „so sensibel“ zu sein, führt es dazu, dass sie nicht lernen, ihre Sensibilität und ihre Intelligenz als Stärke zu nutzen. Stattdessen werden sie sich ihr Leben lang für ihr „Anderssein“ schämen und „krank“ fühlen.

Nutzen sie jedoch ihre Intelligenz und ihre Sensibilität, können sie sehr kreativ, innovativ und erfolgreich werden. Wenn wir später in Unternehmen auf Diversität setzen, sollten wir im Kindergarten damit beginnen! Jeder Mensch ist anders und das ist gut so!

 

Wie Sie Ihr Kind mit seinen Fähigkeiten stärken – Akzeptanz des Andersseins

Denken Sie ihr Kind ist anders? Dann unterstützen sie es in der Selbstakzeptanz. So kann es selbstbewusst ins Leben starten mit dem Verständnis: „Ich darf anders sein! Das ist nicht schlimm. Ich liebe mich, so wie ich bin!“

 

Wenn Sie ihr Kind darin unterstützen wollen, seine Potentiale zu entdecken und zu entwickeln, ist es aber auch für Sie als Eltern wichtig, sich selbst und Ihren eigenen Werdegang zu betrachten. Hatten Sie ebenfalls häufig das Gefühl, in anderen Strukturen zu denken als Ihre Mitmenschen? Reden und denken Sie schnell? Haben Sie eine starke Wahrnehmung? Konnten Sie Ihre Kreativität und Ihre Energie gut ausleben? Wie hat Ihre Umgebung auf Sie reagiert?

Denn den größten Einfluss auf die Kinder haben die Eltern. Haben diese ihre Sensibilität, Kreativität und Intelligenz nicht ausleben können, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass auch ihre Kinder sich anpassen und nicht den Mut haben werden, ihr Anderssein auszuleben. Beginnen Sie also bei sich! Beginnen Sie, sich so zu lieben, wie Sie sind und Sie werden auch ihren Kindern vieles davon mitgeben können. Leben Sie ein kreatives, erfolgreiches und spannendes Leben!

* Dieser Name und diese Biografie sind erfunden, ähneln aber einigen bekannten Fallbeispielen.

 

Alice Moustier ist Querdenker-Gärtnerin. Sie gießt Querdenker, damit sie besser blühen, wachsen und gedeihen. Als Coach und Referentin zum Thema Motivation und Talentmanagement berät sie Unternehmen, wie sie Querdenker (insbesondere sehr sensible und begabte Menschen) erkennen und erfolgreich einsetzen können. Einschneidende Erlebnisse haben ihr geholfen, neue Wege zu gehen, einen anderen Blick einzunehmen und Herausforderungen anzunehmen. Als Lehrerin begann sie 2013 an einer Hochbegabtenschule zu arbeiten und machte sich daraufhin in diesem Bereich selbstständig. Als Mediatorin (Konfliktmanagement) liebt sie es, den Menschen einen neuen Blick auf ihre Situation zu geben.

Bekannt aus

Vielen Dank für diesen informativen Vortrag. Es ist ja wie so oft im Leben: Man nimmt Menschen in Situationen z.B. im Arbeitsleben wahr und wundert sich über nonkonforme, abweichende, manchmal konfrontative oder eskalierende Verhaltensweisen. Ebenso schwierig ist dann die Frage, wie man darauf reagiert. Auf die Idee, dass dahinter Hochbegabung oder Hochsensibilität stecken könnte, kommt man natürlich nicht sofort. Aber jetzt! Danke für die erhellenden Ausführungen und Ihre erfrischende Wesensart: lebensfreudig, aufgeweckt, neugierig - und lachend.

Götz Friederich, Präsident Marketing Club Potsdam

Lebensfreude ist etwas, das Alice Moustier in einer Weise durchdringt, die heute selten geworden ist und mit der sie ihre Teilnehmer auf eine Reise mitnimmt, die neue Horizonte öffnet und ungekannte Fähigkeiten in einem selbst erkennen lässt.

Ingo Wulff, Zuhörer eines Vortrags
+49 451 7079681